Bitcoin Nachlassplanung

Bitcoin Nachlassplanung Schweiz Zugang und Rechte

11 Min. Lesezeit
MH
Geschrieben von Mohamed Habbat

Deine Erben erben das Recht auf deine Bitcoin, nicht die Schlüssel.

Ich arbeite im Bereich Krypto-Selbstverwahrung. Das Muster bei Schweizer Haltern ist jedes Mal dasselbe. Die Seed-Phrase liegt auf einem Zettel in einer Schublade. Die Hardware-Wallet steht in einem Regal. Niemand sonst kennt die PIN, die Passphrase oder die Börsenkonten. Eine Position, die du über Jahre aufgebaut hast, wird mit deinem Tod dauerhaft unzugänglich.

Dieser Beitrag behebt das. Er ist nicht der Steuerbeitrag; für die Zürcher Tarife, die Bewertung am Todestag und die Fristen lies Bitcoin Erbschaftssteuer Kanton Zürich. Hier bekommst du die zwei Spuren: die rechtliche, damit die Erben die Bitcoin rechtmässig erhalten, und die technische, damit sie sie erreichen.

Warum Bitcoin in Selbstverwahrung schwer zu vererben sind

Schweizer Grundstücke laufen über das kantonale Grundbuchamt: Die Erben erwerben sie mit dem Tod und können erst nach der Eintragung darüber verfügen (ZGB Art. 656 Abs. 2). Es gibt ein Register und ein Verfahren.

Bitcoin in Selbstverwahrung haben keines von beidem. Keine Institution, die man anrufen kann, kein Zurücksetzen des Passworts. Die Seed-Phrase ist die Bitcoin. Ein BIP-39- oder SLIP-39-Geheimnis lässt sich ohne die Wörter nicht rekonstruieren. Private Schlüssel, die niemand findet, können nicht signieren, und Bitcoin, für die niemand signieren kann, existieren praktisch nicht.

Nachlassplanung löst das.

Schweizer Rechtsrahmen für die Bitcoin-Erbschaft

Keine Bundeserbschaftssteuer. Die Schweiz erhebt keine Erbschaftssteuer auf Bundesebene; die ESTV sagt das auf Seite eins ihres Dossiers zu Erbschafts- und Schenkungssteuern. DBG Art. 24 lit. a befreit Erbanfälle von der direkten Bundessteuer, und StHG Art. 7 Abs. 4 lit. c tut dasselbe für die kantonale Einkommenssteuer. Die kantonale, in einigen Kantonen auch kommunale Erbschaftssteuer ist die einzige Ebene. Für den Zürcher Tarif und Rechenbeispiele siehe Bitcoin Erbschaftssteuer Kanton Zürich.

Pflichtteil. Nach ZGB Art. 470 und 471, in Kraft seit 1. Januar 2023, haben Nachkommen, der überlebende Ehegatte und der eingetragene Partner je einen Pflichtteil von der Hälfte ihres gesetzlichen Erbanspruchs. Die Eltern haben ihren Pflichtteil mit dieser Reform verloren. Du kannst nicht 100 Prozent deiner Bitcoin an geschützten Erben vorbei vererben, ausser aus den engen Enterbungsgründen von ZGB Art. 477. Ein Erbvertrag oder ein Testament, der den Pflichtteil verletzt, kann mit der Herabsetzungsklage herabgesetzt werden. Der Erbe muss sie innert einem Jahr einreichen, nachdem er von der Verletzung erfahren hat, spätestens zehn Jahre nach der Eröffnung des Testaments (ZGB Art. 533).

Form des Erbvertrags. Wer einen bindenden Erbvertrag statt eines widerruflichen Testaments will: ZGB Art. 512 verlangt die Form der öffentlichen letztwilligen Verfügung, also eine Urkunde, die beide Parteien vor dem Notar und zwei Zeugen unterzeichnen (ZGB Art. 499). Eine privat unterzeichnete Vereinbarung zwischen dir und einem Erben ist kein Erbvertrag. In Zürich nimmt das Notariat die Urkunde für CHF 150 in Verwahrung, nach der Notariatsgebührenverordnung (Anhang Ziff. 4.3.4); andere Kantone haben eigene Hinterlegungsstellen nach ZGB Art. 505 Abs. 2.

Offenlegung. Die Offenlegungspflicht ist eine Steuerinventarpflicht, keine Geldwäschereiregel. In Zürich lässt das Steuergesetz das Gemeindesteueramt innert zwei Wochen nach dem Tod ein amtliches Inventar einleiten (§ 163), über alle Vermögenswerte zum Wert am Todestag (§ 164), wobei Erben und Willensvollstrecker vollständig und wahrheitsgetreu Auskunft geben und später gefundene Werte innert zehn Tagen melden müssen (§ 166). Der Inventarfragebogen ist innert 60 Tagen einzureichen (Merkblatt 396). Bitcoin auf einer Hardware-Wallet, bei einer Schweizer Börse oder bei einer ausländischen Börse gehören alle zum Nachlass (ZGB Art. 560). Nichtdeklaration löst Nachsteuer plus eine Strafsteuer bis zum Dreifachen des hinterzogenen Betrags aus (§ 68 ESchG); nur Steuerbetrug mit gefälschten Urkunden ist eine Straftat (§ 74 ESchG). Der Saldo ist auf einer öffentlichen Blockchain sichtbar, sobald die Adresse bekannt ist.

Das 7-Schritte-Verfahren zur Nachlassplanung

Schritt 1. Ein vollständiges Bitcoin-Inventar erstellen

Liste jede Bitcoin-Adresse, jede Hardware-Wallet, jedes Börsenkonto und jeden Verwahrersaldo auf, den du hältst. Notiere für jede On-Chain-Wallet den Ableitungspfad (BIP-44, BIP-84 oder BIP-86), Gerätemodell und Firmware-Version, die Menge und ihren CHF-Wert zum aktuellen Marktpreis. Ergänze den ESTV-Kurslistenwert per letztem 31. Dezember von ictax.admin.ch; die Kursliste veröffentlicht nur Jahresendwerte, und das Nachlassinventar verwendet den Verkehrswert am Todestag. Für Börsenkonten notiere die Plattform, die Konto-E-Mail und den Ort der 2FA-Backup-Codes, getrennt vom Seed.

Das Inventar ist die Karte, nicht der Seed. Ich bewahre meines in einem versiegelten Umschlag auf, getrennt von jedem Seed-Material, und aktualisiere es nach jedem Kauf, jeder Abhebung und jedem Hardware-Wechsel.

Die Selbstverwahrungsgrundlagen zu Wallet-Adressen und Ableitungspfaden erklärt Bitcoin Wallet Schweiz.

Schritt 2. Das Seed-Backup-Format wählen

Ein einzelner BIP-39-Seed (12 oder 24 Wörter) ist das Format, das die meisten Hardware-Wallets ausserhalb der Trezor Safe Familie standardmässig verwenden, und das einfachste für einen Erben. Trezor Safe 3 Geräte, die seit Juni 2024 eingerichtet wurden, verwenden standardmässig ein 20-Wort SLIP-39 Single-share Backup; 12- oder 24-Wort BIP-39 lässt sich beim Einrichten in Trezor Suite über das Dropdown-Menü Backup format wählen, laut der Trezor-Seite zu den Backup-Formaten. Das SLIP-39 Multi-share Backup auf Safe 3 und Safe 5 teilt den Seed in Shares mit einem konfigurierbaren Schwellenwert, zum Beispiel 2-von-3, sodass kein einzelner Share die Wallet allein wiederherstellt.

Coldcard Mk5 und die grössere Coldcard Q signieren PSBTs (Partially Signed Bitcoin Transactions) über MicroSD oder QR für Air-Gap-Abläufe, der richtige Ansatz für ein Multisig-Nachlass-Setup. Foundation Passport Prime läuft mit Open-Source-Firmware und unterstützt BIP-39-Seeds und Multisig-Signaturen.

Aus meiner Sicht passt SLIP-39 zu einem technisch versierten Erben, der das Zusammensetzen der Shares beherrscht, und ein einzelner BIP-39-Seed zu einem nicht-technischen Ehepartner. Was immer du wählst, bewahre den Seed in Edelstahl auf (eine Cryptosteel Seed24 Kapsel oder Stahlscheiben, geprägt mit der Blockmit-Schablone), damit er Feuer und Wasser übersteht. Ein Papier-Seed, der in einem Hausbrand verbrennt, ohne zweite Kopie, ist eine dauerhaft verlorene Position.

Schritt 3. Ein 2-von-3-Multisig-Vault einrichten

Multisig verlangt M-von-N Schlüssel, um eine Transaktion zu signieren. Eine 2-von-3-Struktur verteilt die Schlüssel auf drei Parteien, sodass kein einzelner Schlüsselinhaber die Bitcoin allein bewegen kann, und der Nachlass übersteht den dauerhaften Verlust eines Schlüssels.

Casa und Unchained halten beide einen der drei Schlüssel und veröffentlichen ein Erbschaftsverfahren: Bei Casa startet der benannte Empfänger eine Anfrage in der App (casa.io/inheritance), bei Unchained führt das Inheritance Protocol den Willensvollstrecker Schritt für Schritt (unchained.com/inheritance). Casa Standard kostete am 14. September 2026 USD 250 pro Jahr. Keine der beiden Seiten nennt die Verfügbarkeit für Personen mit Wohnsitz in der Schweiz; frag nach, bevor du dich darauf verlässt. Onramp ist ein anderes Modell: Drei Institutionen halten die drei Schlüssel und der Kunde keinen. Das ist Verwahrung, nicht kollaborative Selbstverwahrung.

Für den selbst verwalteten Weg unterstützen Sparrow Wallet und Specter Desktop 2-von-3-Multisig mit Coldcard, Trezor und Passport Geräten ohne dritten Schlüsselhalter; der Nachlass trägt dann die ganze Wiederherstellungslast. Dokumentiere den Wallet-Descriptor oder das XPUB-Set und lege es zu den versiegelten Instruktionen für den Willensvollstrecker. Ohne den Descriptor können Erben, die nur zwei der drei Schlüssel halten, die Wallet nicht rekonstruieren, weil der dritte öffentliche Schlüssel fehlt; selbst mit allen drei Seeds bräuchten sie den Skripttyp und die Ableitungspfade.

Schritt 4. Einen versiegelten Umschlag für den Willensvollstrecker vorbereiten

Der Erbvertrag sagt den Erben, was sie erhalten. Der Umschlag sagt ihnen, wie sie es erreichen. Meiner enthält das Inventar aus Schritt 1, Modell und Standort jeder Hardware-Wallet, die Nummer des Bankschliessfachs, den Multisig-Wallet-Descriptor oder das XPUB-Set, die Kontaktdaten eines allfälligen kollaborativen Verwahrungsdienstes, die Namen und E-Mail-Adressen der Börsenkonten und die Kontaktdaten meines Notars.

Er enthält weder die Seed-Phrase noch einen SLIP-39-Share. Der Umschlag ist die Karte, der Seed ist der Schlüssel, und beide liegen getrennt.

Ich verwende einen manipulationssicheren Beutel, damit der Willensvollstrecker sieht, ob der Umschlag geöffnet wurde. Eine Kopie liegt beim Willensvollstrecker, eine zweite im Bankschliessfach. Frag dein Notariat, ob es einen versiegelten Umschlag in Verwahrung nimmt; die Zürcher Gebührentabelle deckt die Urkunde ab, nicht Umschläge.

Schritt 5. Einen Erbvertrag vor einem Schweizer Notar unterzeichnen

Ein Erbvertrag bindet den Erblasser gegenüber einer oder mehreren Vertragsparteien, meist Erben (ZGB Art. 494). Er braucht die oben beschriebene Form der öffentlichen Urkunde; eine private schriftliche Vereinbarung zwischen dir und einem Erben ist nach Schweizer Recht kein Erbvertrag.

Lass die Urkunde die Bitcoin-Verwahrungsstruktur nennen, auf den versiegelten Umschlag und seinen Standort verweisen und festhalten, wer welchen Teil der Bitcoin erhält. Dein Notariat kann die Urkunde in Verwahrung nehmen. In Zürich kostet die Urkunde CHF 300 bis 6000 und die Hinterlegung CHF 150 (NotGebV Anhang Ziff. 4.3.3 und 4.3.4).

Der Pflichtteil gilt für einen Erbvertrag wie für ein Testament (ZGB Art. 522), und die verfügbare Quote wird auf dem Nachlass im Todeszeitpunkt berechnet (ZGB Art. 474). Sind Bitcoin dein Hauptvermögen, trifft der Pflichtteil sie.

Eine Schweizer Stiftung nach ZGB Art. 80 bis 89a kann Bitcoin halten, aber eine Familienstiftung darf nur die Erziehung, Ausstattung oder Unterstützung von Familienangehörigen finanzieren (ZGB Art. 335); eine Stiftung, die Vermögen einfach an Erben weitergibt, ist nicht zulässig. Wenn du denkst, dass diese Struktur passt, frag einen Notar und einen Anwalt. Diese Antwort bekommst du nicht aus einem Blogbeitrag.

Schritt 6. Eine Wiederherstellungsübung mit dem Erben durchführen

Urkunde und Umschlag existieren auf Papier. Die Wiederherstellung muss in der Praxis funktionieren. Ich übe sie mit dem Erben, der den Zugang übernehmen wird, mindestens einmal im Jahr und nach jeder Hardware- oder Firmware-Änderung. Für einen nicht-technischen Ehepartner umfasst die Übung: das Gerät finden, es an einen Computer mit Trezor Suite oder der passenden Begleitsoftware anschliessen, aus der Seed-Phrase wiederherstellen, prüfen, ob die erste Adresse mit dem Inventar übereinstimmt, und prüfen, ob der On-Chain-Saldo sichtbar ist.

Bei Multisig umfasst die Übung zusätzlich das Laden des Wallet-Descriptors und die Kontrolle, dass die Wallet korrekt angezeigt wird, bevor eine Transaktion versucht wird. Das einmal ohne Zeitdruck zu tun, ist etwas anderes, als es zum ersten Mal innerhalb der 60-Tage-Frist des Inventars zu tun.

Schafft der Erbe die Wiederherstellung mit der schriftlichen Anleitung nicht, korrigiere die Anleitung jetzt. Die Werkzeugseite einer Wiederherstellung behandelt Bitcoin Wallet knacken mit btcrecover 2026 im Detail.

Schritt 7. Schlüssel, Erben und Börsenkonten jährlich überprüfen

Setze eine Kalendererinnerung auf dasselbe Datum jedes Jahr. Aktualisiere das Inventar mit dem ESTV-Kurslistenwert per 31. Dezember von ictax.admin.ch, prüfe, ob die Firmware der Hardware-Wallet aktuell ist, rotiere Schlüssel, falls Schlüsselmaterial offengelegt worden sein könnte, prüfe, ob der Erbvertrag noch die gewollte Verteilung abbildet (ein neues Kind oder eine veränderte Beziehung kann eine neue notarielle Urkunde nötig machen), und stelle sicher, dass der versiegelte Umschlag noch versiegelt ist und dort liegt, wo die Urkunde es sagt.

Hast du seit der letzten Überprüfung eine Hardware-Wallet hinzugefügt, Bitcoin verschoben oder eine Multisig-Konfiguration geändert, aktualisiere Inventar und Umschlag, bevor das Jahr endet.

Das Seed-Phrasen-Problem im Schweizer Erbgang

Ein häufiger Fehler ist technisch, nicht rechtlich: Der Erblasser hat im Testament einen Erben benannt und die Seed-Phrase oder den Zugang zur Hardware-Wallet nie in brauchbarer Form weitergegeben.

Die kantonale Behörde eröffnet das Testament (ZGB Art. 557). Sie kann eine Erbschaftsverwaltung anordnen (ZGB Art. 554). Nur du kannst einen Willensvollstrecker einsetzen, in deinem Testament (ZGB Art. 517), und dieser trägt dann die Pflichten nach ZGB Art. 518. Keiner von ihnen kann eine verlorene Seed-Phrase wiederherstellen. Kein Schweizer Gericht, keine Behörde und keine Technologie kann das. Die Bitcoin bleiben On-Chain, sichtbar für jeden, der die Adresse kennt, und eingefroren.

Die Lösung ist Schritt 4, der versiegelte Umschlag, und Schritt 6, die Übung, die ihn in etwas verwandelt, womit der Erbe handeln kann.

Was eine Wallet-Konfiguration wiederherstellbar oder unwiederbringlich macht, zeigt BIP39 Brute-Force-Angriff.

Börsenkonten und Verwahrer

Bitcoin bei einem in der Schweiz regulierten Verwahrer gehören zum Nachlass (ZGB Art. 560) und ins Steuerinventar. Bis das Inventar aufgenommen ist, darf, wer Nachlasswerte hält, sie nur mit Zustimmung der Inventarbehörde der Gemeinde herausgeben (§ 165 StG ZH), und der Verwahrer muss der Behörde schriftlich Auskunft über die Bestände geben (§ 167). Danach legen die Erben den Erbschein und das vor, was die Plattform verlangt.

Ausländische Börsenkonten (Coinbase, Kraken, Binance) gehören ebenfalls zum Schweizer Nachlass. Die Steuerinventarpflicht erfasst jeden Vermögenswert, egal wo die Plattform ihren Sitz hat (§ 164 StG ZH). Die Erben deklarieren sie zum Wert am Todestag, mit einem Auszug als Beleg, wie ZStB 16.5 es für selbst verwahrte Bestände verlangt.

Checkliste

  1. Ein aktuelles Bitcoin-Inventar (Adressen, Geräte, Börsenkonten, ESTV-Kurslistenwerte per 31. Dezember)
  2. Ein gewähltes und dokumentiertes Seed-Backup-Format (BIP-39 oder SLIP-39)
  3. Bei grösseren Beständen ein 2-von-3-Multisig mit dem Wallet-Descriptor im Umschlag für den Willensvollstrecker
  4. Ein versiegelter Umschlag mit Zugangsanleitung und ohne Seed-Material
  5. Ein Erbvertrag als öffentliche Urkunde vor Notar und zwei Zeugen nach ZGB Art. 512, mit einer Bitcoin-Verwahrungsklausel
  6. Eine Wiederherstellungsübung, abgeschlossen mit dem Erben, der die Wiederherstellung durchführen wird
  7. Ein jährlicher Überprüfungstermin im Kalender

Nach ZGB Art. 560 erwerben die Erben den Nachlass von Gesetzes wegen; der Seed gibt ihnen den Zugang. Die Urkunde ohne Zugangsanleitung hinterlässt deinem Erben Rechte, aber keinen Zugang. Die Anleitung ohne Urkunde hinterlässt Zugang, aber keine Rechte. Beide Spuren müssen vollständig sein.


Das ist Bildung, keine Rechts- oder Steuerberatung. Bitcoin-Nachlassplanung verbindet Schweizer Erbrecht, Verwahrungsmechanik und die kantonalen Offenlegungsregeln des Steuerinventars. Die zitierten Artikel und Paragraphen stammen aus ZGB, DBG und StHG auf fedlex.admin.ch, aus dem Zürcher Steuergesetz, dem ESchG und der Notariatsgebührenverordnung auf zh.ch sowie von den genannten Anbieterseiten, alle geprüft am 14. September 2026. Konsultiere einen zugelassenen Schweizer Notar und Steuerberater, bevor du einen Erbvertrag unterzeichnest.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist Bitcoin-Nachlassplanung in der Schweiz?
Es ist die Arbeit, die sicherstellt, dass deine Erben deine Bitcoin nach deinem Tod rechtmässig übernehmen und technisch erreichen können. Sie verbindet Schweizer Erbrecht (ZGB), die notarielle Form des Erbvertrags, die kantonalen Steuerinventarregeln (in Zürich §§ 163 bis 167 StG ZH) und die Mechanik von Seed-Backup und Hardware-Wallet-Wiederherstellung. Selbst verwahrte Bitcoin ohne dokumentiertes Zugangsverfahren sind mit dem Tod verloren.
Deckt ein Schweizer Testament Bitcoin in Selbstverwahrung ab?
Eine letztwillige Verfügung (Testament, ZGB Art. 498) kann bestimmen, wer die Bitcoin erhält, gibt dem Erben aber keinen technischen Zugang. Der Erbe muss zusätzlich die Seed-Phrase oder die Multisig-Schlüssel besitzen und wissen, wie er sie benutzt. Deshalb zählt ein versiegelter Umschlag mit Zugangsanleitung für den Willensvollstrecker so viel wie das Testament.
Was ist ein Erbvertrag und wann brauche ich ihn für Bitcoin?
Ein Erbvertrag ist ein bindender Vertrag zwischen dem Erblasser und einer oder mehreren Vertragsparteien, meist Erben (ZGB Art. 494). Anders als ein Testament, das der Erblasser widerrufen kann (ZGB Art. 509), bindet er den Erblasser. Nach ZGB Art. 512 ist er eine öffentliche Urkunde, die vor dem Notar und zwei Zeugen unterzeichnet wird. Für Bitcoin ist er nützlich, wenn du einen bestimmten Erben an eine bestimmte Verwahrungsstruktur binden willst, zum Beispiel an ein Multisig, in dem dieser Erbe einen Schlüssel hält.
Wie hoch sind die Pflichtteile für Bitcoin-Nachlässe in der Schweiz 2026?
Seit der Reform, die am 1. Januar 2023 in Kraft trat, sichern ZGB Art. 470 und 471 den Nachkommen die Hälfte ihres gesetzlichen Erbanspruchs und dem überlebenden Ehegatten oder eingetragenen Partner ebenfalls die Hälfte. Eltern haben keinen Pflichtteil mehr. Ein Testament oder Erbvertrag, der einen geschützten Erben unter den Pflichtteil setzt, unterliegt der Herabsetzungsklage. Sie ist innert einem Jahr einzureichen, nachdem der Erbe von der Verletzung erfahren hat, spätestens zehn Jahre nach der Eröffnung des Testaments (ZGB Art. 533).
SLIP-39 Shamir Backup oder ein einzelner BIP-39-Seed für die Nachlassplanung?
Das SLIP-39 Multi-share Backup, unterstützt auf Trezor Safe 3 und Safe 5, teilt den Seed in Shares mit einem Schwellenwert wie 2-von-3. Erben brauchen also zwei beliebige Shares, und kein einzelner Share stellt die Wallet her. Der Preis dafür: Der Erbe muss das Zusammensetzen der Shares verstehen. Ein einzelner 24-Wort-BIP-39-Seed in Stahl in einem Bankschliessfach ist für einen nicht-technischen Erben einfacher; Trezor dokumentiert beide Formate als unterstützte Backups.
Müssen Erben geerbte Bitcoin in der Schweiz offenlegen?
Ja, im kantonalen Steuerinventar. In Zürich leitet das Gemeindesteueramt innert zwei Wochen nach dem Tod ein amtliches Inventar ein (§ 163 StG ZH), Erben und Willensvollstrecker müssen vollständig und wahrheitsgetreu Auskunft geben (§ 166), und der Inventarfragebogen ist innert 60 Tagen einzureichen (Merkblatt 396). Erben führen jeden Bestand mit Menge und CHF-Verkehrswert am Todestag auf, belegt mit einem Wallet- oder Börsenauszug (ZStB 16.5). Nichtdeklaration löst Nachsteuer plus eine Strafsteuer bis zum Dreifachen des hinterzogenen Betrags aus (§ 68 ESchG); nur Steuerbetrug mit gefälschten Urkunden ist eine Straftat (§ 74 ESchG).
Was ist ein Multisig-Setup und warum hilft es bei der Nachlassplanung?
Multisig verlangt M-von-N Schlüssel, um eine Transaktion zu autorisieren. In einem 2-von-3-Setup kann kein einzelner Schlüsselinhaber die Bitcoin allein bewegen, und der Nachlass bleibt wiederherstellbar, wenn ein Schlüssel verloren geht. Casa (casa.io) und Unchained (unchained.com) halten einen der drei Schlüssel und veröffentlichen Erbschaftsverfahren für den Empfänger oder den Willensvollstrecker. Aktuelle Preise stehen auf den Anbieterseiten.
Was gehört in den versiegelten Umschlag für den Willensvollstrecker?
Meiner enthält das Bitcoin-Inventar, die Hardware-Wallet-Modelle und ihre Standorte, den Multisig-Wallet-Descriptor oder das XPUB-Set, die Kontaktdaten eines allfälligen kollaborativen Verwahrungsdienstes und die Kontaktdaten meines Notars. Er enthält weder die Seed-Phrase noch einen SLIP-39-Share. Der Seed ist der Schlüssel. Der Umschlag ist die Karte.
Wie oft sollte ich meinen Bitcoin-Nachlassplan aktualisieren?
Ich aktualisiere meinen mindestens einmal im Jahr und nach jeder wesentlichen Änderung: eine neue Hardware-Wallet, Bitcoin auf eine neue Adresse verschoben, eine geänderte Multisig-Konfiguration, ein neues Börsenkonto oder eine Veränderung in der Familie.
Kann ich Bitcoin zur Nachlassplanung in eine Schweizer Stiftung einbringen?
Eine Schweizer Stiftung nach ZGB Art. 80 bis 89a widmet Vermögen einem bestimmten Zweck und kann Bitcoin halten. Eine Familienstiftung darf aber nur die Erziehung, Ausstattung oder Unterstützung von Familienangehörigen finanzieren (ZGB Art. 335); eine Stiftung, die Vermögen einfach an Erben weitergibt, ist nicht zulässig. Frag einen Schweizer Notar und einen Anwalt, bevor du das in Betracht ziehst.
Was passiert mit Bitcoin auf einer Schweizer Börse, wenn der Halter stirbt?
Sie gehören zum Nachlass (ZGB Art. 560) und ins Steuerinventar (§ 164 StG ZH). Bis das Inventar aufgenommen ist, darf, wer Nachlasswerte hält, sie nur mit Zustimmung der Inventarbehörde der Gemeinde herausgeben (§ 165 StG ZH), und der Verwahrer muss der Behörde schriftlich Auskunft über die Bestände geben (§ 167). Danach legen die Erben den Erbschein und die von der Plattform verlangten Dokumente vor.
Wo finde ich die steuerlichen Folgen einer Bitcoin-Erbschaft in der Schweiz?
Die Zürcher Tarife, die Bewertung am Todestag und die Fristen stehen in Bitcoin Erbschaftssteuer Kanton Zürich. Es gibt keine Bundeserbschaftssteuer, und ein Erbanfall ist nach DBG Art. 24 lit. a von der direkten Bundessteuer und nach StHG Art. 7 Abs. 4 lit. c von der kantonalen Einkommenssteuer befreit. Die Vermögenssteuer behandelt Bitcoin Steuern Schweiz.